Christine Neubauer

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Marquis von Keith - oder ein gefallener Teufel

Christian Schneller (Ernst Scholz) und Christine Neubauer (Gräfin Werdenfels)

Regie Ruth Drexel · Bühne Karl-Heinz Steck · Kostüme Zwinki Jeannée

 

Marquis von Keith

Mit Mira Bartuschek, Stefan Born, Katharina Brenner, Helmut Dauner, Alexander Duda, Veronika Eberl, Florian Fitz, Lorenz Gutmann, Sarah Jung, Ulli Kielhorn, Reinhold Lampe, Christine Neubauer, Christian Schneller, Hans Schuler, Markus Völlenklee, Susi Weber, Sissi Wolf Die Münchner Salon- und Geschäftswelt um 1900. Der Marquis von Keith, als Sohn eines Hauslehrers auf die Welt gekommen, gilt als ein Mann, der immer über reichlich Geld verfügt. In Wirklichkeit besitzt er so gut wie nichts - außer einer brillanten Idee und dem hervorragenden Talent, seine Umwelt für sich einzunehmen. So überzeugt er wohlhabende Münchner Honoratioren, in sein jüngstes Projekt zu investieren: die "Feenpalast-AG". Der Konzertbau soll nicht nur für Keiths Geliebte, die Gräfin Anna Werdenfels, zum Schauplatz für sängerische Triumphe werden, sondern ihm selbst den ersehnten Aufstieg in die Welt der Mächtigen und Reichen verschaffen. Die Investoren sähen es allerdings gern, wenn auch Konsul Casimir, "das größte deutsche Finanzgenie", an dem Projekt beteiligt wäre.

Keith schickt voreilig ein fingiertes Glückwunschtelegramm des Konsuls an die Feenpalast-Gesellschaft - und glaubt, er habe nun sein Ziel erreicht. Aber er kann seinen Erfolg nicht auskosten und muß feststellen: "Eben setzt man den Fuß auf den grünen Zweig, da hat man den Hals in der Schlinge." Der fixe Marquis hat eine Kleinigkeit außer acht gelassen: Wenn man Geschäfte macht, muss man auch Bücher führen. Und Konsul Kasimir nimmt den Telegrammbetrug zum Vorwand, das Unternehmen "Feenpalast" an sich zu reißen. Er übernimmt das Keithsche Projekt samt Keithscher Freundin und heiratet die Gräfin Werdenfels. Der weniger seriöse Kapitalist Keith wird als "Verbrecher" aus der Münchner Gesellschaft ausgestoßen und gezwungen, die Stadt zu verlassen. Aber er kommt mit heiler Haut und einem gut dotierten Abfindungsscheck davon. Und so kann er, das Geld in der einen, den Selbstmordrevolver in der anderen Hand, die Waffe grinsend weglegen und feststellen: "Das Leben ist eine Rutschbahn."

Frank Wedekind (1864 - 1918) hat den grotesken Schwank um den zynischen Glücksritter Keith in den Jahren 1898 bis 1900 geschrieben; uraufgeführt wurde das Stück 1901 in Berlin.
Wedekind, Schauspieler, Regisseur und Autor ebenso berühmter wie berüchtigter Stücke ("Frühlings Erwachen", "Erdgeist", "Die Büchse der Pandora", "Musik", "Lulu"), hielt den "Marquis von Keith" für sein "künstlerisch reifstes und geistig gehaltvollstes Stück" und den Keith "für die beste Rolle, die ich geschrieben habe". Er hat sie oft gespielt.
Das Münchner Volkstheater präsentiert den "Marquis von Keith" in einer Fassung, die auch Szenen aus der Ur-Version des Stücks "Ein gefallener Teufel" berücksichtigt. (Quelle: Münchner Volkstheater)

 

 

Bericht zur erfolgreichen Premiere lesen Sie >> HIER <<

 

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